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Verbrannte Leitungsstränge im Video - Ermittler mit Hund vor Ort

Brandanschlag auf 110kV-Umspannwerk Reutlingen - Ermittler vor Ort -Pressekonferenz - "Umfangreiche Betriebsmittelschäden mit komplexen Reparaturen"

Mehrere Millionen Schaden - noch 8000 Haushalte, ca 30000 Menschen ohne Strom - Recover wird ca 48 Stunden dauern

REUTLINGEN (BW): Ein nächtlicher Brand in einem Umspannwerk hat weite Teile Reutlingens und umliegender Gemeinden in Dunkelheit versetzt. Noch Stunden nach dem Vorfall sind rund 7.600 Haushalte ohne Strom. Die Ermittler prüfen inzwischen Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung. Der entstandene Schaden wird auf mehrere Millionen Euro geschätzt.

Gegen 1.45 Uhr brach in dem Umspannwerk ein Feuer aus. Flammen schlugen aus der Anlage, kurz darauf fiel in zahlreichen Stadtteilen der Strom aus. Warn-Apps informierten die Bevölkerung über den großflächigen Ausfall. Für viele Anwohner begann die Nacht im Dunkeln.

Nach Angaben des Energieversorgers Fairnetz GmbH waren zunächst rund 20.000 Kunden von der Störung betroffen. Zwar konnte die Versorgung in vielen Bereichen inzwischen wiederhergestellt werden, dennoch sind weiterhin etwa 7.600 Haushalte ohne Strom. Auch Telefon- und Internetverbindungen funktionieren teilweise nur eingeschränkt.

Besonders kritisch ist die Lage für Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Nach Angaben der Polizei sind unter anderem Krankenhäuser und Seniorenheime von den Auswirkungen betroffen. Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen stehen deshalb in erhöhter Bereitschaft.

Die Ursache des Feuers ist bislang ungeklärt. Allerdings verdichten sich die Hinweise auf eine vorsätzliche Tat. Nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW wurden an dem Umspannwerk drei separate Brandstellen entdeckt. Zudem soll der Zaun der Anlage beschädigt worden sein. Die Polizei und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermitteln derzeit in alle Richtungen. Brandsachverständige wurden zur Untersuchung des Vorfalls hinzugezogen.

Verletzte wurden bislang nicht gemeldet. Die wirtschaftlichen Folgen sind jedoch erheblich. Experten gehen von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Währenddessen laufen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Stromversorgung auf Hochtouren. Rund 50 Helfer von DRK und Maltesern unterstützen die Betroffenen und bereiten sich auf einen längeren Einsatz vor. Ein Einsatzstab im benachbarten Pfullingen koordiniert die Maßnahmen.

Wann alle Haushalte wieder vollständig mit Strom versorgt werden können, ist derzeit noch offen. Die Stadt Reutlingen erklärte am Morgen, eine verlässliche Prognose zur vollständigen Wiederherstellung der Versorgung sei aktuell nicht möglich.

 

+++ Pressemeldung +++

Wegen des Brandes am heutigen Montag (8. Juni 2026) in einem Reutlinger Umspannwerk ermittelt das Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Staatsschutz- und Antiterrorismuszentrum Baden-Württemberg (SAT BW), unter Sachleitung des Staatsschutzzentrums bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart. Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass der Brand durch eine vorsätzliche Straftat gelegt wurde.

Von dem durch den Brand verursachten großflächigen Stromausfall waren das Stadtgebiet Reutlingen und umgebende Ortschaften betroffen. Nach Angaben der Netzbetreiber konnte im Laufe des Tages eine Vielzahl der betroffenen Haushalte, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen wieder mit Strom versorgt werden. Derzeit ist noch nicht abschließend abzuschätzen, ab wann die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt sein wird.

Das Ermittlungsverfahren wird - derzeit gegen unbekannt - wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung (§ 306 StGB) und der Störung öffentlicher Betriebe (§ 316b StGB) geführt. Hinweise zu möglichen Tatverdächtigen oder Motiven liegen aktuell noch nicht vor. Die Ermittlungen der Spurensicherung einschließlich des Einsatzes eines Brandmittelspürhundes sowie unter Einbeziehung von Sachverständigen sind noch nicht abgeschlossen.

Zusatzinformation: Im seit Anfang des Jahres 2025 bestehenden Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft sind sechs Oberstaatsanwältinnen und Oberstaatsanwälte sowie ein Leitender Oberstaatsanwalt tätig. Dieses arbeitet eng mit dem Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrum (SAT BW) beim Landeskriminalamt zusammen, das wiederum die polizeilichen Ermittlungen im betreffenden Verfahren führt. (Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft)

Quelle: 7aktuell.de | Oskar Eyb

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