NÜRTINGEN-UNTERENSINGEN: Feuerwehrhaus in Vollbrand - Vier Einsatzfahrzeuge und komplette Ausrüstung zerstört
Ein verheerender Brand hat am Montagabend das Feuerwehrhaus in Unterensingen (Landkreis Esslingen) nahezu vollständig zerstört. Die Alarmierung erfolgte gegen 18:36 Uhr zunächst als Brandmeldealarm. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich jedoch schnell das tatsächliche Ausmaß: Dichter schwarzer Rauch drang aus dem Gebäude.
„Fehlalarm mitnichten“, erklärte Kreisfeuerwehrsprecher Carsten Zander. Der Einsatzleiter ließ umgehend weitere Kräfte nachalarmieren. Die Rauchsäule war kilometerweit sichtbar und nach Augenzeugenberichten bis auf die Fildern zu sehen.
Besonders dramatisch: Das Feuer traf ausgerechnet die örtliche Feuerwehr selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden vier Feuerwehrfahrzeuge zerstört, darunter drei Löschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportwagen. Zudem verbrannten große Teile der Ausrüstung, darunter Einsatzkleidung, Funkgeräte, Stromerzeuger und weiteres technisches Gerät.
„Das ist eine Katastrophe für die Feuerwehr und den Ort. Das tut körperlich weh“, sagte Unterensingens Bürgermeister Robin Schmitt vor Ort. Besonders bitter: Eines der zerstörten Fahrzeuge war erst rund neun Monate alt.
Nach Angaben der Feuerwehr waren rund 140 Einsatzkräfte aus fünf bis sechs Feuerwehren im Einsatz. Unterstützung kam unter anderem aus Nürtingen, Köngen, Wendlingen, Kirchheim unter Teck, Oberboihingen und Esslingen. Zwei Drehleitern sowie mehrere Löschrohre wurden zur Brandbekämpfung eingesetzt. Löschwasser wurde über mehrere Leitungen herangeführt. Zur Unterstützung der Einsatzleitung setzte die Polizei zudem Drohnen ein.
Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig. Über die Drehleitern musste die Dachhaut geöffnet werden, um an die Glutnester zu gelangen. Zeitweise kam auch ein Bagger zum Einsatz. Kräfte des DRK sowie der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) betreuten die Einsatzkräfte.
Besonders belastend war die Lage für die Feuerwehrangehörigen aus Unterensingen selbst. Während ihre Kameraden den Brand bekämpften, mussten sie mit ansehen, wie Fahrzeuge und Ausrüstung ihrer eigenen Wehr in Flammen aufgingen. Zander sprach von einer „sehr besonderen Situation“, die auch erfahrene Feuerwehrleute emotional stark belaste.
Nach ersten Informationen konnte der Kommandant noch vor Eintreffen weiterer Kräfte zwei Personen aus einem angrenzenden Getränkemarkt in Sicherheit bringen. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.
Landrat Marcel Musolf sicherte der Gemeinde und ihrer Feuerwehr umfassende Unterstützung zu. Bereits ab dem kommenden Tag solle gemeinsam mit den umliegenden Wehren die Einsatzfähigkeit der Gemeinde wiederhergestellt werden. „Gerade in solchen Zeiten zeigt sich, wie die kommunale Familie, die Feuerwehrfamilie und die staatliche Organisation zusammenstehen“, sagte Musolf.
Wie hoch der entstandene Schaden ist, steht noch nicht fest. Nach ersten Einschätzungen dürfte er jedoch im Millionenbereich liegen. Auch die älteste Feuerwehrspritze des Landkreises Esslingen, die im Feuerwehrhaus untergebracht war, könnte von dem Brand betroffen sein.
Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen dauern an. Die Einsatzkräfte werden voraussichtlich noch bis tief in die Nacht mit Nachlöscharbeiten beschäftigt sein.
UPDATE 16.06.2026 Nachtaufnahmen rund um die Feuerwache + Fahrzeughalle mit ausgebrannten Feuerwehrfahrzeugen.
+++ Polizei-Pressemeldung +++
Am frühen Montagabend sind zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei in die Kelterstraße ausgerückt, nachdem mehrere Passanten gegen 18.35 Uhr über Notruf eine erhebliche Rauchsäule gemeldet hatten. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte standen große Teile des Gerätehauses der Feuerwehr Unterensingen im Vollbrand.
Die umliegenden Feuerwehren, welche mit 140 Einsatzkräften und 22 Fahrzeugen ausgerückt waren, leiteten umgehend die Löscharbeiten ein. Trotz des raschen Eingreifens konnte nicht verhindert werden, dass das Gebäude nahezu vollständig ein Raub der Flammen wurde. Vier im Inneren geparkte Feuerwehrfahrzeuge, ein Feuerwehrboot, ein Gabelstapler sowie zahlreiche Ausrüstungsgegenstände wurden zerstört. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Die Ermittlungen zur bislang unbekannten Brandursache dauern an. Der Schaden am Inventar und Gebäude beläuft sich den ersten Schätzungen zufolge auf etwa zehn Millionen Euro.
Da Teile der Dachkonstruktion einsturzgefährdet waren, musste sie noch in der Nacht mittels eines Baggers abgetragen werden. Aufgrund der erheblichen Rauchentwicklung wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung mussten mehrere Schlauchleitungen über die Kreisstraße 1219 an den angrenzenden Neckar gelegt und die Fahrbahn voll gesperrt werden.
Die Sperrung dauert zur Stunde weiterhin an, durch die Straßenmeisterei wurde eine örtliche Umleitung eingerichtet. Neben zahlreichen Einsatzkräften der Polizei befand sich der Rettungsdienst mit rund 30 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen am Einsatzort. (pol)
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