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Stadtfest in Reutlingen - Feuerwehr muss sich den Weg durch hunderte Menschen und Berge von Flaschen und Glasscherben durchkämpfen

Großbrand mitten in Altstadtfest - Feuerwehr kämpft stundenlang gegen Brand in historischer Bebauung

Gefahr für Einsatzkräfte die Massen an Glasflaschen, Gläser und Scherben

REUTLINGEN: Dachstuhlbrand mitten während des Stadtfestes - 120 Feuerwehrkräfte verhindern Großkatastrophe in der Altstadt

Zu einem folgenschweren Gebäudebrand in der Reutlinger Altstadt sind Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der Nacht zum Sonntag ausgerückt. Gegen 01:50 Uhr bemerkten mehrere Passanten einen brennenden Dachstuhl in der Kanzleistraße und machten eine Polizeistreife auf die Rauchentwicklung aufmerksam.

Als die ersten Einsatzkräfte wenige Minuten später eintrafen, schlugen bereits meterhohe Flammen aus dem Dach eines Wohngebäudes. Der Dachstuhl stand zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand. Besonders kritisch: Das Feuer hatte sich bereits auf ein direkt angrenzendes Gebäude ausgebreitet.

Der Brand ereignete sich ausgerechnet während des Reutlinger Stadtfestes, als sich noch zahlreiche Menschen in der Innenstadt aufhielten. „Die Kanzleistraße und die angrenzenden Bereiche waren voller Menschen. Die größte Herausforderung war zunächst, überhaupt zur Einsatzstelle zu gelangen und gleichzeitig von einer möglichen Menschenrettung auszugehen“, erklärte Feuerwehrkommandant Stefan Herrmann.

Die fünf Bewohner des betroffenen Wohnhauses im Alter zwischen 23 und 61 Jahren konnten sich rechtzeitig selbst ins Freie retten. Auch zwei Bewohnerinnen des angrenzenden Gebäudes wurden durch Einsatzkräfte gewarnt und in Sicherheit gebracht. Nach aktuellem Stand wurde niemand verletzt. Ein Feuerwehrmann musste jedoch während des Einsatzes aufgrund von Kreislaufproblemen medizinisch versorgt werden.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der engen Altstadtbebauung besonders schwierig. Mehrere Drehleitern wurden aus unterschiedlichen Richtungen eingesetzt, teilweise über Nachbarstraßen hinweg. „Wir mussten verhindern, dass sich das Feuer auf weitere Gebäude ausbreitet. Das ist uns gelungen“, so Herrmann. Die Flammen hätten sich bereits über Dachbereiche und Gebäudestrukturen in verschiedene Richtungen ausgebreitet.

Oberbürgermeister Thomas Keck zeigte sich beeindruckt vom Zusammenspiel aller Beteiligten. „Die Einsatzkräfte haben zusammen mit Gastronomen und Anwohnern in kürzester Zeit die Straßen freigemacht. Selbst Glasscherben wurden weggeräumt, damit die Feuerwehrfahrzeuge ungehindert anfahren konnten“, sagte Keck. Noch kurz vor Brandausbruch hatte sich die Innenstadt im Rahmen des Stadtfestes mit hunderten Besuchern gefüllt.

Insgesamt waren rund 120 Feuerwehrkräfte sowie etwa 40 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Sanitätsdiensten im Einsatz. Unterstützt wurde die Feuerwehr unter anderem durch eine Drohneneinheit zur Dokumentation und Lageerkundung aus der Luft.

Das Feuer konnte zwischenzeitlich unter Kontrolle gebracht werden. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich jedoch aufwendig, da sich der Brand über Zwischendecken und Wandbereiche ausgebreitet hatte. Einsatzkräfte mussten Decken und Gebäudeteile gezielt öffnen, um versteckte Glutnester abzulöschen.

Das dreistöckige Wohnhaus, dessen Dachstuhl vollständig ausbrannte, ist derzeit unbewohnbar. Die Bewohner kamen vorübergehend bei Angehörigen unter. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei auf rund 250.000 Euro geschätzt.

Die Kriminalpolizei hat gemeinsam mit Spezialisten der Kriminaltechnik die Ermittlungen zur bislang unbekannten Brandursache aufgenommen.

Quelle: 7aktuell.de | Alexander Hald

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