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Defekt am Gefahrgut-LKW - Kühlung ausgefallen - Explosionsgefahr - (Teil-) Evakuierung Ortschaft

Gefahrgut-GroßAlarm auf der A8! Vollsperrung und großer Sperr-Radius um die Einsatzstelle eingerichtet - A8 Stuttgart - München, Sperrung bis 01:30 Uhr

organisches Peroxid - Rückzug der Einsatzkräfte wegen Explosionsgefahr - nach Sonnenuntergang neuer Anlauf

A8 / WIESENSTEIG: Hotel wegen Gefahrgut-Einsatz evakuiert - Gäste müssen Albhotel verlassen

Der Gefahrguteinsatz auf der A8 zwischen Mühlhausen und Hohenstadt hat inzwischen auch direkte Auswirkungen auf Anwohner und Hotelgäste in Wiesensteig. Aufgrund des eingerichteten Sicherheitsradius von rund 400 bis 500 Metern musste unter anderem das nahe der Autobahn gelegene Alphotel Malakoff evakuiert werden.

Nach Angaben von Hotelinhaber Andreas Pohl wurde das Haus von den Einsatzkräften aufgefordert, sämtliche Gäste vorsorglich aus dem Gebäude zu bringen. Hintergrund ist ein Gefahrguttransporter auf der A8, dessen Kühlsystem nach einem Motorschaden ausgefallen ist. Der Lastwagen transportiert Wasserstoffperoxid, das dauerhaft gekühlt werden muss.

„Wir haben die Information bekommen, dass wir aufgrund eines Gefahrguteinsatzes auf der Autobahnbrücke das komplette Gebäude evakuieren müssen“, schilderte Pohl. Das Hotel befindet sich nur wenige hundert Meter von der Autobahn entfernt und liegt innerhalb des von den Behörden festgelegten Gefahrenbereichs.

Für die Hotelbetreiber bedeutet die Situation erhebliche Unsicherheit. „Wir wissen nicht, wann wir wieder Gäste unterbringen können oder ob heute überhaupt noch jemand anreisen kann“, so Pohl. Zunächst gehe es darum, die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre persönlichen Gegenstände mitzunehmen. Gegebenenfalls müssten alternative Unterkünfte organisiert werden.

Auch für die Betroffenen selbst ist die Situation außergewöhnlich. Hotelgast Angela Büche, die als Führungskräfte-Trainerin für einen Termin bei Mercedes in der Region angereist war, wurde von der Evakuierung überrascht. „Das ist mir noch nie passiert“, sagte sie. Zunächst habe sie die vielen vorbeifahrenden Feuerwehrfahrzeuge noch für eine Veranstaltung gehalten. „Ich dachte erst, hier findet vielleicht ein Feuerwehrfest statt.“

Trotz der ungewöhnlichen Situation zeigt sie Verständnis für die Maßnahmen. „Ich habe ein gutes Gefühl. Man kümmert sich darum und nimmt die Lage ernst. Lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu wenig vorsichtig“, erklärte die Schweizerin, die derzeit in Österreich lebt.

Während Spezialkräfte auf der Autobahn die weitere Entwicklung der Gefahrgutlage beobachten, warten Hotelgäste und Anwohner nun darauf, wann sie in ihre Unterkünfte zurückkehren können. Wie lange die Sperrungen und Evakuierungsmaßnahmen andauern werden, ist derzeit noch unklar.

Um 17.30 Uhr wurde eine Außergewöhnliche Einsatzlage für die Gemeinden Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig festgestellt. In diesem Zusammenhang wurden zur Betreuung und gegebenenfalls medizinischen Versorgung der im Stau stehenden Personen Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes hinzugezogen.

 

Update PM LRA GP:

Erste Maßnahmen zeigen bereits Wirkung, sodass der Gefahrenbereich von 500 Metern auf 150 Meter verringert werden konnte. Es wird weiter geprüft, ob ein Abtransport des LKWs stattfinden kann.
 
Neben den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sind auch Einsatzeinheiten des Katastrophenschutzdienstes vor Ort. Die circa 300 evakuierten Bürgerinnen und Bürger aus Wiesensteig sind weiterhin in der Turnhalle in Mühlhausen untergebracht.
 
Der Autobahnabschnitt von der Einfahrt Mühlhausen bis zur Schadensstelle vor dem Lämmerbuckel-Tunnel konnte zwischenzeitlich geräumt werden. Es stehen dort keine Autos mehr, diese konnten ausgeleitet werden.
Die Autobahn A 8 bleibt weiterhin gesperrt, die Umleitung ist weiterhin eingerichtet.

 

Update 23 Uhr: Der Anhänger wird mit einer anderen Zugmaschine von der Autobahn geschleppt.

 

Update 01:30 Uhr Polizei PM:

Am Nachmittag war ein Gefahrguttransporter auf der A8 von Stuttgart in Richtung Ulm unterwegs. Um 15.10 Uhr konnte der Transporter, mutmaßlich wegen einem Defekt im Motorraum, seine Fahrt nicht mehr fortsetzen. Das Pannenfahrzeug kam auf Höhe Wiesensteig zum Stehen. Der Sattelzug hatte rund 40.000 Liter organisches Peroxid geladen. Durch die steigenden Temperaturen des Gefahrguts konnte eine Explosion nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei sperrte die Autobahn und führte verkehrslenkende Maßnahmen durch. Durch die Vollsperrung der Richtungsfahrbahn kam es zu Verkehrsbehinderungen und kilometerlangem Stau.

Gegen 22 Uhr gaben die Spezialisten, darunter Kräfte vom Katastrophenschutz, der Feuerwehr und einer Fachfirma, Entwarnung. Durch eine Kühlung des Gefahrguts gelang es die Gefahr einer Explosion zu beseitigen. Erst nach 23.30 Uhr konnte der Gefahrguttransporter unter Begleitung der Polizei seine Fahrt in Richtung Ulm und schließlich durch Unterstützung von der Polizei Bayern zum geplanten Ziel in Günzburg fortsetzen.

Die Sperrung der A8 an der Anschlussstelle Mühlhausen dauerte bis nach Mitternacht an. (pol)

Quelle: 7aktuell.de | Alexander Hald

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