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Großeinsatz bei extremer Sommerhitze

Regionalzug mit rund 300 Fahrgästen bleibt bei 41 Grad auf freier Strecke liegen – Anwohner versorgen Passagiere mit Wasser Großaufgebot an Einsatzkräfte

Technischer Defekt zwischen Gransee und Buberow löst MANV-Großeinsatz aus. Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei und Deutsche Bahn arbeiten Hand in Hand. Drei Menschen werden leicht verletzt

Regionalzug mit rund 300 Fahrgästen bleibt bei 41 Grad auf freier Strecke liegen – Anwohner versorgen Passagiere mit Wasser Großaufgebot an Einsatzkräfte

Gransee. Ein technischer Defekt an einem Regionalzug hat am Samstag einen Großeinsatz auf der Bahnstrecke zwischen Gransee und Buberow ausgelöst. Rund 300 Fahrgäste, darunter zahlreiche Familien mit Kleinkindern und Babys, saßen bei Außentemperaturen von bis zu 41 Grad auf freier Strecke fest. Aufgrund der zunächst unklaren Lage und einer ersten Meldung über bis zu 400 Personen im Zug wurde das Alarmstichwort MANV Groß (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst. 

Für die Einsatzkräfte begann der Einsatz bereits mit einer großen Herausforderung. Der genaue Standort des Zuges war zunächst unklar, wodurch mehrere Anfahrtswege erkundet werden mussten. Einsatzleiter der Feuerwehr Gransee, Marvin Pahlow, schilderte, dass die Kräfte schließlich über Feldwege, Bahnböschungen und Gräben zur Einsatzstelle gelangten. Als die Feuerwehr den Zug erreichte, hatten sich bereits einige Fahrgäste ins Freie begeben und saßen neben den Gleisen.

Zunächst verschafften sich Feuerwehr und Rettungsdienst einen Überblick über die Lage und sichteten alle Fahrgäste. Glücklicherweise gab es keine schwer verletzten Personen. Drei Menschen – darunter ein Kind – wurden aufgrund leichter gesundheitlicher Beschwerden durch den Rettungsdienst behandelt. Ein Transport in ein Krankenhaus war jedoch nicht erforderlich.

Auch für den Rettungsdienst stellte der Einsatz eine besondere Herausforderung dar. Manuel Jänisch, Einsatzleiter der Schnelleinsatzeinheit Sanität (SEE-San), erklärte, dass aufgrund der ersten Meldung mit rund 400 betroffenen Personen zahlreiche Rettungskräfte alarmiert wurden. Die schwierige Zufahrt über Feldwege erschwerte den Einsatz zusätzlich. Vor Ort unterstützten die Kräfte die Feuerwehr bei der Sichtung der Fahrgäste und versorgten leicht überhitzte Personen mit Getränken und Kühlmöglichkeiten.
Nach der technischen Überprüfung durch den Triebfahrzeugführer konnte der Regionalzug schließlich wieder in Betrieb genommen werden. In enger Abstimmung mit dem Notfallmanager der Deutschen Bahn wurde der Zug langsam bis zum Bahnhof Gransee gefahren. Dort konnten die Fahrgäste aussteigen, sich mit Getränken versorgen und sich auf Wunsch erneut durch Rettungsdienst und Notarzt untersuchen lassen. Wer keine medizinische Hilfe benötigte, konnte entweder die Reise später fortsetzen oder den Bahnhof verlassen.

Die außergewöhnlich hohen Temperaturen stellten nicht nur für die Fahrgäste, sondern auch für die Einsatzkräfte eine enorme Belastung dar. Bei über 40 Grad mussten Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei teilweise über längere Zeit in voller Schutzkleidung arbeiten. Um die körperliche Belastung möglichst gering zu halten, wurden nur die unbedingt erforderlichen Einsatzkräfte direkt an der Einsatzstelle eingesetzt, während sich weitere Kräfte im Schatten bereithielten und regelmäßig mit Trinkwasser versorgt wurden.

Große Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte dabei auch aus der Bevölkerung. Der Anwohner Ole Peter, dessen Felder direkt an die Bahnstrecke grenzen, bemerkte die zahlreichen Einsatzfahrzeuge und sprach die Einsatzkräfte an. Nachdem Polizei und Feuerwehr mitgeteilt hatten, dass dringend Trinkwasser und Kühlakkus für die Fahrgäste benötigt würden, organisierte er gemeinsam mit seiner Familie kurzerhand rund 50 Liter Wasser sowie Becher und brachte alles zur Einsatzstelle.

„Wir haben einfach das Normalste gemacht, was wir machen konnten und den Menschen Wasser gegeben“, sagte Ole Peter. Bei Temperaturen von rund 42 Grad in der Sonne könne er sich kaum vorstellen, wie belastend die Situation im Zug ohne funktionierende Klimaanlage gewesen sein müsse. Für ihn sei die Hilfe selbstverständlich: „Ich hoffe, wenn ich in Notlage bin, hilft mir auch jemand. Wir sind hier in unserer Heimat – und die Heimat hilft sich.“
Einsatzleiter Marvin Pahlow zog nach dem Einsatz eine positive Bilanz. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Polizei und dem Notfallmanagement der Deutschen Bahn habe hervorragend funktioniert. Trotz der extremen Wetterbedingungen und der zunächst unübersichtlichen Lage konnten alle Fahrgäste schnell betreut und sicher nach Gransee gebracht werden. Der Großeinsatz endete ohne schwerwiegende gesundheitliche Folgen – ein Erfolg, der dem koordinierten Zusammenspiel aller Beteiligten und der spontanen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung zu verdanken ist.

Quelle: 7aktuell.de | Philipp Neumann

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