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5-Jähriger entdeckt das Quecksilber beim Spielen in Aussparung einer Verzurröse

Umzug endet für 8 Familienmitglieder im Krankenhaus - Hochgiftiges Quecksilber im gemieteten Umzugstransporter entdeckt - Feuerwehr-ABC-Großeinsatz!

Großeinsatz - Arbeiten und Bergung unter Atemschutz - Großer ABC-Einsatz

REICHENBACH AN DER FILS: Acht Familienmitglieder nach Quecksilber-Fund in gemietetem Umzugstransporter im Krankenhaus – Großeinsatz mit Gefahrgutzug

Ein Umzug nahm am Dienstag in Reichenbach an der Fils eine dramatische Wendung: Acht Mitglieder einer Familie mussten nach dem Kontakt mit hochgiftigem Quecksilber medizinisch versorgt und in Krankenhäuser gebracht werden. Der Stoff war in einem gemieteten Umzugstransporter entdeckt worden. Feuerwehr, Rettungsdienst und Spezialkräfte rückten mit einem Großaufgebot zu einem aufwendigen ABC-Einsatz aus.

Nach ersten Erkenntnissen hatte die Familie den Transporter für ihren Umzug bei einer Verleihfirma gemietet. Während des Beladens entdeckten die Betroffenen im Laderaum eine silbrig glänzende Flüssigkeit und alarmierten die Feuerwehr.

„Insgesamt sind acht Personen mit diesem Stoff in Berührung gekommen – entweder über die Atemwege oder durch direkten Kontakt“, erklärte Einsatzleiter Mario Dagott* Kommandant der Feuerwehr Reichenbach an der Fils. Zunächst sei unklar gewesen, um welchen Stoff es sich handelte. Deshalb wurden neben dem Löschzug der Feuerwehr Reichenbach auch der Gefahrgutzug des Landkreises Esslingen sowie die Messkomponente aus Ostfildern alarmiert.

Die Einsatzkräfte räumten zunächst den Gefahrenbereich und evakuierten das Umfeld in einem Radius von rund 100 Metern. Spezialkräfte näherten sich dem Fahrzeug anschließend unter Chemikalienschutzanzügen. Gemeinsam mit dem Fachberater Chemie und dem Chemiker des Landkreises konnte der Stoff schließlich eindeutig identifiziert werden: Es handelte sich um Quecksilber.

„Quecksilber ist ein hochgiftiger Stoff, der über Dämpfe eingeatmet oder durch direkten Kontakt aufgenommen werden kann“, sagte Dagott. Die gesundheitlichen Folgen müssten deshalb in einer Klinik abgeklärt werden.

Auch für den Rettungsdienst entwickelte sich der Einsatz zu einer besonderen Herausforderung. „Zunächst war unklar, um welchen Stoff es sich handelt und in welcher Menge dieser ausgetreten ist. Erst im Verlauf des Einsatzes bestätigte sich, dass es Quecksilber war“, erläuterte Einsatzleiter Rettungsdienst Steffen Schütze.

Die acht Betroffenen kamen mit dem Gefahrstoff beziehungsweise dessen Dämpfen in Kontakt. Nach Angaben des Rettungsdienstes zeigten einige von ihnen bereits Symptome. „Die Dämpfe können die Atemwege reizen und unter anderem Husten, tränende Augen oder im schlimmsten Fall ein toxisches Lungenödem mit massiver Atemnot verursachen“, erklärte Schütze. Alle Patienten wurden nach einer Dekontamination durch die Feuerwehr medizinisch versorgt und in Krankenhäuser gebracht.

Für die Feuerwehr war der Einsatz außergewöhnlich. „Ein Miettransporter, in dem plötzlich größere Mengen Quecksilber gefunden werden, ist natürlich keine alltägliche Lage“, sagte Dagott. Die größte Herausforderung sei gewesen, dass sich der Gefahrstoff im Inneren des Transporters befand und nicht vollständig entfernt werden konnte. Deshalb musste das Fahrzeug unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen für den Abtransport vorbereitet werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen spricht vieles dafür, dass das Quecksilber von einem Vormieter des Transporters stammt und dort unbemerkt ausgelaufen war. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und prüft nun, wie der hochgiftige Stoff in den Mietwagen gelangen konnte.

An dem stundenlangen Einsatz waren die Feuerwehren Reichenbach an der Fils, Esslingen und Ostfildern mit insgesamt 13 Fahrzeugen und mehr als 70 Einsatzkräften beteiligt. Hinzu kamen mehrere Rettungswagen, Krankentransportwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der organisatorische Leiter Rettungsdienst sowie der stellvertretende Kreisbrandmeister.

 

--- Polizei PM ----
Reichenbach/Fils (ES): Quecksilber gefunden

Zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ist es am Montagabend, gegen 19 Uhr, in der Straße In den Bergteilen gekommen. Eine Familie hatte dort zur Durchführung von Umzugsmaßnahmen von einer Mietwagenfirma einen Lkw angemietet. Der fünfjährige Sohn entdeckte im Verlauf des Abends in einer Aussparung einer Verzurröse eine zunächst unbekannte, flüssige, metallische Substanz und spielte damit, woraufhin die Eltern aufmerksam wurden.

Durch die alarmierte Feuerwehr wurde der Stoff, welcher eine Fläche von circa vier Quadratzentimeter bedeckte, als Quecksilber identifiziert. Von dem Stoff konnten letztendlich rund 20 Milliliter sichergestellt werden. Nach der erfolgten Sperrung des unmittelbaren Gefahrenbereichs wurden auf Weisung der Feuerwehr insgesamt 20 umliegende Häuser mit insgesamt 27 Personen vorübergehend evakuiert.

Vom Rettungsdienst wurden acht Personen vorsorglich vor Ort untersucht und zur weiteren medizinischen Untersuchung in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Unmittelbaren Kontakt mit dem Quecksilber hatte aber lediglich der fünfjährige Junge, bei welchem sich, wie bei allen anderen Untersuchten bislang keine Vergiftungserscheinungen zeigten. 

Der Lkw wurde sichergestellt und abgeschleppt. Die Spezialisten des Arbeitsbereichs Gewerbe und Umwelt des Polizeipräsidiums Reutlingen haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Feuerwehr war mit 16 Fahrzeugen und 80 Feuerwehrleuten, der Rettungsdienst mit sieben Fahrzeugen und 16 Einsatzkräften im Einsatz. Zudem waren zwei Chemiker des Landkreises vor Ort. (pol)

Quelle: 7aktuell.de | Alexander Hald

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