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Enge Gassen sind große Herausforderung bei den Löscharbeiten - Drehleiter konnte nicht direkt am Brandhaus eingesetzt werden

Altstadtbrand - 3 Verletzte - Feuer greift auf 2 Gebäude über - Flammen schlagen aus Dachstuhl - Feuerwehr kämpft sich durch enge Altstadtgassen

„Die Positionierung der Drehleiter war herausfordernd“ - Feuerwehr zu Altstadtbrand

ROTTENBURG AM NECKAR: Dachstuhlbrand in der Altstadt greift auf drei Gebäude über – Drei Verletzte, zwei Häuser unbewohnbar

Ein Großbrand hat in der Nacht zum Sonntag einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der Rottenburger Altstadt ausgelöst. Ein Feuer an einem Holzunterstand griff auf mehrere Gebäude über und beschädigte insgesamt drei Häuser. Zwei Wohnhäuser sind derzeit nicht mehr bewohnbar. Drei Menschen wurden verletzt, darunter ein Feuerwehrmann.

Gegen 2.50 Uhr hatten Anwohner den Brand eines Holzunterstandes beziehungsweise einer Scheune in der Burgsteige gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand der direkt an ein Doppelhaus angrenzende Holzunterstand bereits in Vollbrand. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf die benachbarten Gebäude übergegriffen.

„Schon auf der Anfahrt konnten wir eine starke Feuer- und Rauchentwicklung sehen. Der Dachstuhl stand im Vollbrand, die Flammen waren weithin sichtbar“, berichtet Einsatzleiter Roland Haase von der Feuerwehr Rottenburg.

Die Feuerwehr erhöhte das Alarmstichwort innerhalb weniger Minuten von F3 auf F4 – Dachstuhlbrand. Rund 85 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen waren nach Angaben der Feuerwehr im Einsatz. Die Polizei spricht von 78 Feuerwehrleuten mit 14 Fahrzeugen.

Insgesamt waren 25 Bewohner von dem Brand betroffen. Eine Person wurde mit einer Fluchthaube über das Treppenhaus in Sicherheit gebracht und an den Rettungsdienst übergeben. Nach Angaben der Polizei musste eine weitere Bewohnerin über eine Leiter aus ihrer Wohnung gerettet werden. Zwei Bewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung und wurden vom Rettungsdienst, der mit acht Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften vor Ort war, in ein Krankenhaus gebracht. Zudem verletzte sich ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten leicht an der Hand.

Besonders schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten in der historischen Altstadt. „Die Positionierung der Drehleiter war herausfordernd. In der Burgsteige selbst hatten wir keinen Platz. Deshalb musste im Bereich der Königstraße zunächst ein Gartentor entfernt werden, damit wir mit der Drehleiter in den Hinterhof gelangen konnten“, so Haase.

Auch die enge Bebauung begünstigte die Ausbreitung des Feuers. Zwischen dem brennenden Holzunterstand und dem Nachbargebäude lagen stellenweise nur etwa 50 Zentimeter.

„Hier ist die thermische Ausbreitung das Problem. Der Holzschuppen war direkt an das Gebäude angebaut. Flammen und Rauch sind über das Treppenhaus in das Gebäude eingedrungen und haben den Brand bis ins Dachgeschoss getragen“, erklärte der Einsatzleiter.

Zum Zeitpunkt des Interviews dauerten die Nachlöscharbeiten noch an. Einsatzkräfte öffneten die Dachhaut und suchten den Dachbereich nach versteckten Glutnestern ab. „Wir öffnen jetzt das Dach von innen und kontrollieren die Knieschächte auf Glutnester, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern“, sagte Haase. Bis die ersten Kräfte abrücken könnten, rechne die Feuerwehr noch mit rund zwei Stunden Einsatzdauer.

Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an. Zwei der drei beschädigten Häuser sind bis auf Weiteres nicht bewohnbar.

Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden von 400.000 bis 500.000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Dabei kommen auch Spezialisten der Spurensicherung zum Einsatz.

Quelle: 7aktuell.de | Alexander Hald

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