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Wenn das Land brennt: Feuerwehr probt den Ernstfall bei sommerlicher Hitze am Stoppelfeld (mit O-Ton)

Die Hitzewelle macht Felder und Wälder in der Region zum Pulverfass. Auf einem abgeernteten Acker bei Gerlingen lodern am Dienstagabend kontrolliert die Flammen, und mittendrin trainieren Einsatzkräfte in voller Montur, wie sie ein Feuer bei Trockenheit und drehendem Wind stoppen.

Auf einem abgeernteten Stoppelfeld hat die Feuerwehr Gerlingen am Dienstagabend von 19.30 Uhr an geübt, wie sich Vegetationsbrände unter realen Bedingungen bekämpfen lassen. Weil die anhaltende Trockenheit die Zahl solcher Einsätze steigen lässt, entfachten die Kräfte dafür bewusst echtes Feuer.

Wie die Feuerwehr Gerlingen mitteilt, ging es der Wehr vor allem darum, das Verhalten der Flammen aus nächster Nähe zu studieren und daraus moderne Löschtaktiken abzuleiten. Immer wieder setzten die Einsatzkräfte während der Übung neue Brandherde, so ließ sich am offenen Feuer proben, wie man Flammen Stück für Stück einkesselt, Spezialwerkzeug richtig führt und die Wasserversorgung im Verbund organisiert. Dazu gehörte auch das Löschen aus dem rollenden Fahrzeug heraus, im Fachjargon „Pump and Roll“ genannt.

Allein war die Gerlinger Wehr dabei nicht: Mit den Feuerwehren aus Tamm und Steinheim an der Murr rückten zwei Einheiten an, die im Landkreis Ludwigsburg als spezialisierte Vegetationsbrandmodule gelten. Ihre Fachleute gaben ihr Wissen an die Gerlinger Kameraden weiter, etwa beim Umgang mit besonderen Einsatztechniken und beim taktisch klugen Nutzen von Wundstreifen, also freigelegten Streifen, die einem Feuer die Nahrung entziehen.

Gerade im Hochsommer verlangt ein solcher Einsatz den Kräften einiges ab. Ausgetrocknete Böden und wechselnde Winde lassen Flammen blitzschnell die Richtung ändern, und die schwere Schutzkleidung wird bei hohen Temperaturen selbst zur Belastung.

Worauf es in diesen Momenten ankommt, schildert Dennis Bloß, Pressesprecher der Feuerwehr Gerlingen: „Bei diesen extremen Temperaturen und der Trockenheit zählt jede Sekunde. Wir üben hier gezielt das Zusammenspiel aus schnellem Erstangriff und Wassereinsparung. Genauso wichtig ist uns aber die Prävention: Wer im Sommer Glasflaschen oder Zigarettenkippen in der Natur entsorgt, riskiert wissentlich eine Katastrophe. Die Bevölkerung muss jetzt extrem aufmerksam sein.“

Für die Wehr unterstrich der Abend vor allem eines: Ohne das eingespielte Zusammenwirken der Feuerwehren im Landkreis wäre bei großflächigen Sommerbränden kaum schnell genug zu reagieren.

Quelle: 7aktuell.de | Simon Adomat

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