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Rettung

Geprobt um Leben zu retten - Unser Fotograf auf Einsatz mit der Feuerwehr


NÜRTINGEN. Es ist Montagabend als um 19.30 Uhr der Alarm in der Feuerwache eingeht: "ausgelöster Heimrauchmelder in der Johannes-Wagner-Schule im Stadtteil Braike" - eine Schule für hörgeschädigte Kinder mit Internat. Ein Horro-Szenario für jede Rettungskraft! Innerhalb weniger Minuten würden jetzt die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen angebraust kommen, herausgerissen aus Arbeit oder Privatleben.
Am Montag stehen sie aber alle schon parat, denn es ist Übungsabend, der Alarm nur Teil der Probe. Das ist aber auch der einzige Unterschied zum echten Einsatz, denn mehr Infos gibt es nicht und den Abend über wird das Szenario absolut ernst genommen. Es dauert nur wenige Augenblicke bis die ersten vier Fahrzeuge samt Drehleiter besetzt sind und ausrücken - unser Fotograf zwischen ihre Reihen.

Dass es eine Übung ist, spielt keine Rolle mehr, die Gespräche der Anderen drehen sich über den bevorstehenden Einsatz: was wird uns erwarten? Sind Menschen in Not? Zeit für ein Schluck Wasser! „Im Einsatz mit Atemschutz schwitzen wir gut einen Liter Wasser aus, pro halbe Stunde. Daher trinken wir auf Anfahrt schon mal zwei bis drei Flaschen“, verrät der Feuerwehrmann gegenüber während er seine Atemmaske überprüft. Inzwischen schleicht das Löschfahrzeug durch den engen Schulhof auf der Suche nach der Einsatzstelle. Vom gesamten Gelände schallt ein ohrenbetäubender Feueralarm. Dann entdecken die Einsatzkräfte Kinder an einem Fenster im ersten Stock, wild winkend und offensichtlich in Gefahr. Dazu die Internatsleiterin in ihrem Büro am versperrten Fenster. Instinktiv möchte man los und helfen. Doch erst erkundet der Einsatzleiter die Lage und überlegt sich innerhalb kürzester Zeit eine Strategie für das erste Vorgehen, denn immerhin zählt bei einem Einsatz nun jede Sekunde. Jeder weiß, was er zu tun hat und jeder Handgriff sitzt. Es werden Schläuche gelegt, Leitern herbeigeschafft und natürlich auch die Einsatzstelle abgesichert - nichts wäre jetzt hinderlicher als ein Autofahrer der sich inmitten der Löschfahrzeuge verirrt.

Inzwischen wurde der Brand auf die hier höchste Stufe gehoben, "Brand 4" wie es über Funk heißt. Weitere Einsatzkräfte der Abteilung Stadtmitte sind nachgerückt, dazu zwei Fahrzeuge aus Raidwangen. 49 Männer und Frauen sind nun im Einsatz auf sieben Fahrzeugen, und die müssen koordiniert werden. „Für unsere Kräfte ist der Schwerpunkt heute die Menschenrettung, aber mal ohne unsere Drehleiter. Diese muss für den Ernstfall einsatzbereit bleiben, da ist mal Handarbeit angesagt mit Leitern und Tragen. Zugleich üben wir Führungskräfte die Kommunikation untereinander“ erklärt Einsatzleiter Axel Krämer. Er ist zuständig für den gesamten Einsatz und die Kommunikation mit der Leitstelle. Zwei weitere Aschnittsleiter halten den Kontakt zu den Einsatzkräften aufrecht, so hat jeder seinen klaren Aufgabenbereich. Langsam wird auch das Ausmaß des Einsatzes klar: In einer Küche ist ein kleiner Brand ausgebrochen. Dadurch wurde nun aber das gesamte Internatsgebäude komplett verraucht - nachgestellt mit einer starken Nebelmaschine. An drei Stellen sind Kinder und Erwachsene eingeschlossen - sofern man weiß! Unter Atemschutz kämpft sich daher der erste Trupp die Treppen hoch und startet den Löschangriff. Eine verletzte Person wird entdeckt. Wann immer möglich gilt aber der Grundsatz „Brandbekämpfung vor Rettung“: Das Feuer darf nie hinter die Einsatzkräfte geraten, sonst würden diese durch die Flammen selbst eingeschlossen werden. Weitere Atemschutzträger kämpfen sich die Treppe hoch durch den Rauch und übernehen den Verletzten.

Einige Schüler und Betreuer konnten sich bereits selber über die Feuertreppe in Sicherheit bringen. Eine weitere Gruppe wurde erfolgreich mit Steck-Leitern durch ein Fenster gerettet. „Mit den Hörgeräten ist der Alarm für die Kinder wirklich laut. Unsere Kleinste hier hört aber überhaupt nichts. Für diese Kinder haben wir überall hell blitzende Alarmleuchten“ erklärt eine Betreuerin der Internatsschüler. Während sich tagsüber unzählige Kinder auf dem Gelände tummeln, übernachten im Internat zwischen Montag und Freitag nur zwei Wohngruppen. Und die Geretteten sind sichtlich angetan von ihren ehrenamtlichen Rettern, bombadieren sie mit Fragen: Ob sie immer so lieb seien im Einsatz, und wie heiß es unter der Einsatzjacke wird. "Wir versuchen immer nett zu bleiben, auch wenn es stressig ist im Einsatz", erklärt Feuerwehrmann Oliver Pfeifer. "Unsere Jacken halten kurze Zeit 600 Grad heißes Feuer aus. Da wird uns richtig heiß darunter", und öffnet seine Jacke aus der ein warmer Dampf strömt. Wasser ist ein großes Thema bei der Feuerwehr.

Inzwischen ist die Wasserversorgung vollständig gesichert, der Brand unter Kontrolle und auch die Internatsleiterin konnte mit Hilfe einer Brandhaubedurch das Treppenhaus ins Freie gebracht werden. Einsatzende. Nun müssen Schläuche wieder aufgerollt und das gesamte eingesetzte Material geprüft und verstaut werden. Dann geht es im Löschfahrzeug zurück. Der Duft von Schweiß macht sich breit. Und obwohl es wie ein perfekter Einsatz schien, finden bei der anschließenden Manöverkritik doch einige noch Kritik an ihrer eigenen Arbeit. Als Feuerwehrmann möchte man sich schlichtweg keine Fehler erlauben. Schließlich retten sie unser Leben. Ehrenamtlich. Tag für Tag.
(7aktuell/Daniel Jüptner)




Beteiligte Hilfsorganisationen:

  • Polizei

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