Wednesday | 25.03.2020 | DE/BW | Stuttgart | ID: 23352

Mut und Motivation in Zeiten von Corona – wie neue Ideen entstehen - Reportagen mit Rennfahrer und Modesignerin

Man hört von Insolvenzen, Erkrankten und Toten. Das Gesundheitssystem ist überlastet. Soziale Kontakte verarmen. Lagerkoller scheint zu drohen. Die Suizid-Rate soll schon angestiegen sein. Hat die Krise auch gute Seiten? Bietet sie neben den Katastrophen und Schicksalsschlägen auch neue Chancen? Können Menschen auch etwas Positives für sich herausziehen? Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Aber ist das so?

Wir besuchten zwei von der Krise betroffene Selbständige. Einen jungen Rennfahrer, der dieses Jahr am Durchstarten war und jetzt ausgebremst wurde, sowie eine Künstlerin, Schauspielerin und Modedesignerin, die Anfang des Jahres einen neuen, eigenen Store eröffnete, Events plante und jetzt ihr Geschäft auf unbestimmte Zeit schließen musste. Da beide selbständig sind, haben sie ihre monatlichen Fixkosten, ihr Einkommen bleibt aus, finanzielle Rettungschirme der Regierung werden noch gestrickt und jeder versucht auf seine Art und Weise die Krise für sich selbst so positiv wie möglich zu nutzen. Anstelle zu jammern und nur das Negative zu sehen, blicken beide optimistisch nach vorne und hoffen auf bessere Zeiten.

Boxenstopp für einen Rennfahrer

Laurents Hörr, ein 22-jähriger Rennfahrer, er gilt derzeit als der schwäbische Wunderknabe im Motorsport, hat letztes Jahr die Le Mans Cup Meisterschaft gewonnen. Auch in den Jahren zuvor hatte er schon viele Preise gewonnen. Der Sieg in der Saison 2019 sollte sein Sprungbrett für 2020 sein. Alles lief perfekt. Hörr wurde für zwei neue Rennserien verpflichtet. Beide sind Steigerungen zum Vorjahr. Beide im Langstreckenbereich. Die eine europaweit, die andere sogar international. Der Kalender des 22-jährigen war prall gefüllt. In der Zeit von März bis November waren gerade mal noch zwei freie Wochenenden für ihn übrig. Doch bereits nach seinem ersten Rennen im März bei der Langstreckenweltmeisterschaft in Austin / Texas – Laurents und sein Team landeten auf dem Siegerpodest – kam das Aus. Durch das Corona-Virus wurden die nächsten Rennen abgesagt. Wann und ob sie verschoben werden ist momentan unklar.

Parallel zu seiner eigenen Rennsport Karriere unterstützt Hörr Nachwuchsrennfahrer zwischen 10 und 18 Jahren mit seiner Kart-Schule. Auch diese bleibt während der Corona-Krise geschlossen. Wie nutzt er jetzt die Zeit? Er beschäftigt sich mit Dingen, für die er sonst aus Zeitmangel nicht kommen würde, Dinge die er auch gar nicht tun müsste. Er verbringt nun viel Zeit in seiner Werkstatt und der Halle mit den Karts. Er putzt, wartet und repariert die Karts, bringt die Halle auf Vordermann und trainiert viele Stunden an seinem Home-Fahrsimulator. Eigentlich wollte er in diesem Jahr viel mehr für seine Fitness tun. Die für ihn neuen Langstreckenrennen, gehen über noch weitere Distanzen als bisher und erfordern noch mehr körperliche Fitness. Achtmal pro Woche war er im Fitness-Studio gewesen, bevor dieses schließen musste. Gezwungenermaßen muss er sich jetzt durch Sportübungen zu Hause fit halten. Klassische Übungen wie Liegestützen, Sit-ups, Seilspringen, Laufen und Radfahren stehen jetzt auf dem Programm. Motivation ist wichtig im Hochleistungssport. Laurents Hörr ist motiviert. Als Optimist hofft er, dass es irgendwann weitergehen wird und er wieder auf die Rennstrecke – seine große Leidenschaft – darf. Und je früher desto besser.

Modedesignerin geht neue Wege

Die Künstlerin, Schauspielerin und Modedesignerin Eglantina Frroku kam vor über zwanzig Jahren aus Albanien nach Deutschland. Seitdem sie 17 Jahre alt war, kreiert und trägt sie ihre eigene Mode. Schneidern lernte sie bei ihrer Großmutter. Als sie sich Kostüme für ihre Schauspielrollen entwickelte, kamen mehr und mehr Schauspielkolleginnen, die ebenfalls ihre Mode tragen wollten. So wurde eine Geschäftsidee daraus. Da Frroku auch Bilder malte, verknüpfte sie Kunst mit Mode. Seit Anfang des Jahres hat die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern einen neuen Store in der Calwer Straße, einer exklusiven Einkaufsstraße in Stuttgart. Die Presse berichtete viel über ihre außergewöhnliche Mode und besonderen Events. Prominente Stuttgarterinnen trugen ihre Mode auf Veranstaltungen, Galas und Premieren. Gemeinsam mit verschiedenen Künstlern erschuf sie Sonder-Editionen. Mit bekannten Fotografen entstanden ungewöhnliche Fotoshootings und extravagante Mode-Shows mit professionellen Models.

Eglantina Frroku und ihr Store gewannen schnell an Bekanntheit. Ihr Konzept aus Kunst, Design, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie soziales, faires, Arbeiten ging auf. Sie verwendet nur biologische Stoffe, produziert wird vor Ort in Stuttgart. Aber damit ist jetzt erst einmal Schluss. Das Geschäft muss, wie alle anderen, für die Kundschaft erst einmal geschlossen bleiben. Ein Event mit der Street Art Künstlerin SHIRO aus New York im Stuttgarter Store musste kurzfristig abgesagt werden. Inzwischen nutzt sie die Krise für Inspirationen und neue Ideen. Neben mehr Zeit für kreative Prozesse, bringt ihr die Krise auch Tiefe, man besinne sich mehr auf das Wesentliche und auf das was einem wirklich wichtig sei, sagt sie. Neue Gedanken und Ideen entstehen. So zieht sie jetzt ihre Sommer-Kollektion von 2021 schon auf dieses Jahr vor. Diese wird das Thema »Rosen« beinhalten, für Eglantina bedeuten Rosen Liebe und Kraft und beides hält sie für sehr wichtig in dieser schweren Zeit. Sie plant eine Aktion, bei der ihr Kundinnen Blumen-Motive per Mail schicken können. Diese möchte sie auf Kleidungsstücken kreativ umsetzen. Aus diesen Blütenmotiven der Kundinnen wird jeweils ein individuelles Kleidungsstück mit dem Namen der jeweiligen Ideengeberin entstehen. Aus den»Blüten«-Kleidern wird dann ein »Garten aus Blumen« entstehen. »Stoff« für den ersten Event, mit dem sie den Neustart am Ende der Krise beginnen und feiern möchte.

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