Große Quadrocopter-Drohne stürzt bei Forschungsarbeiten in Bergwald unterhalb Kehlsteinhaus ab und fängt Feuer - Rotor zerstört Akku - Stichflamme

Zu einem spektakulären und durchaus sehr besonderen Einsatz wurde die freiwillige Feuerwehr...

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BAYERN/Berchtesgaden: Zu einem spektakulären und durchaus sehr besonderer Einsatz wurde die freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden am Mittag alarmiert.

Ein großer Quadrocopter war abgestürzt und hatte Feuer gefangen.

Den ein Forschungsprojekt der Technischen Universität München, welches sich mit dem Wiederaufforsten bzw. dem Schaffen von besseren Bedingungen für den zukünftigen Bergwald befasst, setzte eine private Firma ein, die mithilfe von einer 35 KG schweren Drohne Samen aussähen sollte.

Das Fluggerät ist in einem Start-up auf der Uni mit entwickelt worden und nach erfolgreicher Registratur und Genehmigung des Fluges in der Nähe der Litzlalm am Kehlstein sollten heut ein mehreren Flügen immer 20 bis 25 KG Saatgut ausgebracht werden. Bei dem ersten Flug mit Saatgut an Bord kam es dann zum Unfall.

In einer Höhe von rund 1550 Metern ü.M., unterhalb des Kehlsteinhauses sollte das Saatgut auf einen steilen Hang ausgebracht werden. Aus technischen Problemen oder auch einem Pilotenfehler hatte das Fluggerät Bodenkontakt und stürzte dann ab.

Einer der Rotoren des Quadrocopters zerstörte dabei einen von zwei Akkus und dieser ging in einer explosionsartigen Stichflamme auf. Sofort eilten die Helfer des Projektes mit dem Feuerlöscher den Berghang hinauf und versuchten das Feuer zu löschen.

Die Feuerwehr barg das abgestürzte Flugobjekt und sicherte den Akku in einem Wasserbecken. Dieser muss nun mindestens 48 Stunden in dem Wasserbecken verbringen bis er entsorgt werden kann. Am Fluggerät entstand ein Totalschaden von ca. 15.000 €

Die Verantwortlichen der TU München mussten nun zusammen mit ihren Helfern das Saatgut auf den Testflächen eines durch Windwurf zerstörten Waldgebietes händisch ausbringen.

Die Forschung befasst sich damit schnellwachsendes Saatgut auszubringen und somit in dem sogenannten Karstboden eine Nährstoffgrundlage zu schaffen für die Selbstheilungskräfte des Waldes. Normalerweise würden solche stark geschädigten Bergwaldflächen bis zu 150 Jahre brauchen, um wieder aufzuwachsen. Anhand der Bodenbeschaffung wird durch Regen und anderen Witterungseinflüssen der vorhandene Nährstoff extrem abgetragen und weggeschwemmt, was diese lange Vegetationsphase bedeutet, der man bei Schutzwäldern schneller entgegenwirken möchte.

Quelle: 7aktuell.de | Ferdinand Farthofer