Mittwoch | 18.05.2011 | Stuttgart
| Rettung

Benzinlaster kracht in Essigsäure-LKW: Autobahn 8 nach Gefahrgutunfall 20 Stunden voll gesperrt

Kurz vor 20.00 Uhr kam es am Mittwochabend auf  der Autobahn 8 in Richtung München auf Höhe Flughafen zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Sattelzug aus dem Kreis Ulm, der von einem 43-Jährigen Fahrer gelenkt wurde, fuhr an einem Stauende auf einen polnischen Sattelzug eines 51-Jährigen auf.  Durch den Unfall rissen an beiden Zügen Teile der Tanks auf und mehrere tausend Liter Benzin und Essigsäure liefen aus.
Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesichert und die Autobahn A 8 in beiden Richtung ab den Anschlussstellen Möhringen und Esslingen gesperrt. Die Feuerwehren aus Stuttgart und der Region waren mit über 100 Kräften und über 30 Fahrzeugen die ganze Nacht im Einsatz. Mit Schaumteppichen wurde ein Teil der auslaufenden Gefahrgutstoffe gebunden. Mehre tausend Liter des leicht entzündlichen Gemischs  liefen dennoch in die Autobahn-Kanalisation und dann zu einem Regenauffangbecken.
Die beiden Lastwagenfahrer wurden bei dem Unfall verletzt, der 43jährige Unfallverursacher sogar schwer. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Der entstandene Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. 
Die Polizei hat noch in der Nacht die Empfehlung herausgegeben, die Unfallstelle weiträumig zu umfahren. Dadurch konnten die Auswirkungen der Vollsperrung auf den morgendlichen Berufsverkehr erheblich minimiert werden.
Auf der A 8 in Fahrtrichtung München gab es bis zu fünf Kilometer Stau zurück zum Autobahnkreuz Stuttgart. Acht Kilometer Stau gab es auf der B 27 zwischen Aichtal und Echterdinger Ei in Richtung Stuttgart. An der Ausleitungsstelle zwischen Kirchheim und Esslingen in Richtung Karlsruhe waren teilweise bis zu 13 Kilometer Rückstau zu verzeichnen. Im Umland und Kreis Esslingen kam es ebenfalls zu erheblichen Behinderungen. Insbesondere waren die Kreis- und Landstraßen völlig überlastet. Teilweise fuhren Autofahrer über Grünanlagen und gesperrte Wege oder versuchten im Stau zu wenden.
Zur Bergung der havarierten Tanklaster musste ein Spezialkran angefordert werden. Zuvor war das nicht ausgelaufene Benzin und die Essigsäure mit speziell dafür geeigneten Pumpen auf andere Lastwagen umgeladen  worden. Die Gefahrenstelle war aber mit dem Abtransport der Laster und des restlichen Gefahrguts nicht beseitigt. Aufgrund der Benzin- und Chemikaliendämpfe bestand an der Unfallstelle bis zum Nachmittag Explosionsgefahr. Die Beseitigung der Gefahrenquelle war deshalb so schwierig, da das Gemisch in der Kanalisation ausdampfte und von der Feuerwehr ausgespült werden musste. Zudem wurde der Fahrbahnbelag auf der Fahrspur Richtung München durch die austretenden Gefahrstoffe stark in Mitleidenschaft gezogen. Um 14.20 Uhr wurden alle drei Fahrspuren für den Verkehr in Richtung Karlsruhe und um 15.00 Uhr in Richtung freigegeben. Die zulässige Geschwindigkeit wurde im Bereich der Unfallstelle auf 80 km/h begrenzt.
Nach Auskunft der zuständigen Stellen wird in den nächsten Tagen das im Regenüberlaufbecken aufgefangene Gemisch abgepumpt und entsorgt. Bis dahin geht von diesem keine Gefahr aus.


Pressebereicht der Integrierten Leitstelle Stuttgart / Feuerwehr
Auf der rechten Fahrspur in Fahrtrichtung München kollidierten zwei Gefahrgut-LKW. Zwei
Personen wurden verletzt und mussten durch die Feuerwehr gerettet werden. Anschließend
verbrachte der Rettungsdienst beide Personen in Stuttgarter Kliniken. Aus einem LKW trat ein
organisches Lösungsmittel aus. Aus dem zweiten LKW trat Benzin aus und verbreitete sich auf
der Fahrbahn und in der Kanalisation. Aus Sicherheitsgründen legte die Feuerwehr einen
Schaumteppich. Aufgrund der schwierigen Wasserversorgung waren mehrere
Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehr Stuttgart sowie ein Flugfeldlöschfahrzeug der
Flughafenfeuerwehr im Einsatz. Die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte der Feuerwehr pumpten
die Chemikalien in bereitgestellte Ersatztankwagen um. Dazu wurden Tankfahrzeuge privater
Unternehmen sowie der Feuerwehren Pforzheim, Esslingen und Waiblingen angefordert.
Aufgrund des Rückstaus auf der Autobahn gestaltete sich die Zuführung der Einsatzkräfte und
der Ersatztankwagen sehr schwierig. Reisende die ihre Fahrzeuge verlassen mussten wurden
durch eine Schnelleinsatzgruppe des DRK in einem bereitgestellten Bus betreut.

Personenschaden:
1 schwer verletzte Person, 1 leicht verletzte Person

Sachschaden:
250000 EUR zzgl Umweltschaden (Info von Polizei, Anmerkung 7aktuell)

Kräfte Berufsfeuerwehr:
Zwei Löschzüge sowie Sonderfahrzeuge aller fünf Feuerwachen (insg. 71 Kräfte)

Kräfte Freiwillige Feuerwehr:
Abteilungen Hedelfingen, Birkach, Botnang, Logistik; zur Besetzung der verwaisten Feuerwachen
Botnang, Weilimdorf, Degerloch, Sillenbuch für mögliche zeitgleiche Einsätze im Stadtgebiet

Kräfte Rettungsdienst:
2 Rettungswagen, 1 Notarzt, 1 Schnelleinsatzgruppe, 1 Organisatorischer Leiter (insg. 17 Kräfte)

Einsatzleiter:
Herr Dr. Homrighausen

-> Bericht im SWR ab 00:30
-> Ausführlicher Beitrag im ZDF
-> Videobericht bei RegioTv (bis 00:44)
-> Videobericht von 7aktuell bei der Stuttgarter Zeitung
-> Videobericht von 7aktuell bei der Eßlinger Zeitung
-> Die 7aktuell-Bilder bei den Stuttgarter Nachrichten

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