SCHWÄBISCH GMÜND: Großübung in Schwäbisch Gmünd: Hilfsorganisationen trainieren Hochwasser- und Flächenlage nach historischem Einsatz von 2016
In Schwäbisch Gmünd haben am Samstag zahlreiche Hilfsorganisationen eine groß angelegte Flächenlage- und Hochwasserübung durchgeführt. Das Szenario orientierte sich am schweren Starkregen- und Hochwasserereignis von 2016 im Höltal, bei dem damals 25 Personen in einer Gaststätte eingeschlossen waren. Feuerwehr, DLRG, THW, DRK, Malteser Hilfsdienst und Bergwacht probten gemeinsam mehrere komplexe Einsatzlagen – vom Verkehrs- und Wasserrettungsunfall bis hin zur Vermisstensuche im steilen Gelände.
+++ DLRG rettet Person aus der Rems
Sabrina Queren, Übungsleiterin der DLRG, erklärte:
„Wir hatten im Rahmen eines Verkehrsunfalls eine Person, die in die Rems gestürzt ist und ein Stück weit mitgerissen wurde. Unsere Strömungsretter sind in die Rems rein, haben die Person geholt und an den Rettungsdienst übergeben.“
Neben einer akuten Wasserrettung suchte die DLRG im weiteren Verlauf auch abschnittsweise die Rems ab, da unklar war, ob weitere Personen vermisst wurden.
„Wir waren heute mit zehn Einsatzkräften, zwei Autos und zwei Booten im Einsatz“, so Queren.
+++ THW baut Behelfsbrücke und unterstützt Bergwacht
Das Technische Hilfswerk Schwäbisch Gmünd errichtete wie im Szenario von 2016 erneut eine Behelfsbrücke zur Höltal-Gaststätte.
Philipp Schneider, Einsatzbeauftragter des THW, sagte:
„Das Ereignis war ein Starkregenereignis wie 2016. Die Rettung der Gaststättenbesucher war über den aufgeweichten Untergrund nicht mehr möglich. Deshalb haben wir eine Behelfsbrücke gebaut, um Rettungskräfte wie auch die Gäste sicher auf die andere Seite zu bringen.“
Zudem sorgte das THW für die großflächige Ausleuchtung des Waldgeländes:
„Allein unsere Fahrzeuge sind geländefähig. Mit mobilen LED-Strahlern und Akkutechnik können wir auch schwieriges Gelände zuverlässig ausleuchten.“
Das THW war mit sechs Fahrzeugen und 33 Helferinnen und Helfern vor Ort.
+++ Feuerwehr übernimmt technische Rettung und rettet Gaststättenbesucher per Drehleiter
Uwe Schubert, Kommandant der Feuerwehr Schwäbisch Gmünd, berichtete:
„Wir haben ein Szenario beübt, das wir 2016 tatsächlich so hatten. Durch Starkregen wurde der Bach im Höltal überflutet, zwei Fußgängerbrücken wurden weggerissen und 25 Personen waren in der Gaststätte eingeschlossen.“
Die Feuerwehr übernahm zunächst eine technische Rettung nach einem Verkehrsunfall, bevor klar wurde, dass erneut Menschen in der Gaststätte eingeschlossen sind.
„Wir haben wie damals eine Art Brückenbetrieb mit der Drehleiter aufgebaut und Personen über das Wasser übergesetzt“, erklärte Schubert.
Zusätzlich stellte die Feuerwehr mit einer Netzersatzanlage die Beheizung des Behandlungsplatzes sicher.
Schubert zog ein positives Fazit:
„Wir haben hier ein sehr gutes Blaulichtnetzwerk. Bei der Kommunikation gibt es immer Punkte, die man verbessern kann, aber insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit hervorragend.“
+++ Bergwacht und Rettungsdienst im schwierigen Gelände gefordert
Die Bergwacht Schwäbisch Gmünd und der Rettungsdienst übernahmen anspruchsvolle Lagen im unwegsamen Waldgebiet – darunter Vermisstensuchen und Hangbergungen.
Evamaria Großmann, stellvertretende Rettungsdienstleitung DRK, sagte:
„Wir hatten insgesamt 32 Mimen, die unsere Verletzten und Betroffenen dargestellt haben.“
Marc Abele, stellvertretender Bergwachtleiter, ergänzte:
„Wir suchen regelmäßig im unwegsamen Gelände, das gehört zu unseren Kernaufgaben. Zwei vermisste Personen mussten wir mit der Gebirgstrage aufwändig aus steilen Waldabschnitten bergen.“
Aufgeteilt waren die Szenarien unter anderem in:
- 26 Patienten in der Höltal-Gaststätte,
- 3 vermisste Personen im Wald,
- Wasserrettung in der Rems,
- technische Rettung nach Verkehrsunfall.
Bei der Übung gab es - wie im echten Szenario - auch eine Reanimation, die eingestellt werden musste.
Insgesamt zählte der Rettungsdienst 27 Einsatzkräfte plus 14 Beobachter, die Bergwacht war mit 22 Einsatzkräften und drei Fahrzeugen beteiligt.
+++ Fazit
Die groß angelegte Übung zeigte eindrucksvoll die enge Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen in Schwäbisch Gmünd. Das Zusammenspiel von Wasserrettung, technischer Hilfeleistung, Bergwacht, Ausleuchtung, medizinischem Massenanfall und Führung funktionierte über mehrere Stunden hinweg reibungslos.
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