Ein ungewöhnlicher Großeinsatz hat am Mittwoch (1.4.2025) die Feuerwehren in Deggingen und Bad Ditzenbach (Landkreis Göppingen) beschäftigt: Nach dem Austritt eines Reinigungsmittels kam es zu massiver Schaumbildung in der Fils und auf angrenzenden Straßen.
Nach Angaben der Polizei verlor ein Tanklaster kurz vor 13 Uhr bei Bad Ditzenbach-Gosbach rund 1.000 Liter eines hochkonzentrierten Reinigungsmittels. Das Tensid, das unter anderem zur Herstellung von Seife verwendet wird, gelangte über die Kanalisation in die Gewässer Ditz und Fils.
In der Folge bildeten sich große Mengen Schaum, der nicht nur die Wasseroberfläche bedeckte, sondern auch aus Kanaldeckeln und Schächten austrat. Teilweise gelangte der Schaum sogar auf die Fahrbahn, weshalb die B466 zwischen Gosbach und Deggingen für mehrere Stunden voll gesperrt werden musste. Die Sperrung dauerte bis etwa 16:15 Uhr an.
Aufwendige Maßnahmen gegen den Schaum
Die Feuerwehr war mit umfangreichen Maßnahmen im Einsatz, um die Schaumbildung einzudämmen. „Wir schlagen den Schaum mit Wasser nieder, ähnlich wie man Shampoo abspült“, erklärte Gerhard Aßfalg von der Feuerwehr Deggingen. Dabei wurde die Wasseroberfläche gezielt benetzt, um die Ausbreitung zu reduzieren.
Auch in der Kläranlage Deggingen kam es zu Schaumbildung, da das Tensid über das Abwassersystem weitertransportiert wurde. Aufgrund des anhaltenden Nachflusses gestalteten sich die Arbeiten zeitaufwendig.
Rund 60 Einsatzkräfte im Einsatz
Insgesamt waren rund 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren Deggingen und Bad Ditzenbach im Einsatz. Unterstützung kam von der Feuerwehr Göppingen, der Straßenmeisterei sowie der Umweltbehörde. Zusätzlich standen Fachberater für Gefahrstoffe, unter anderem von der Werksfeuerwehr Zeller+Gmelin, den Einsatzkräften zur Seite.
Stoff vermutlich ungefährlich – Ausbreitung möglich
Nach ersten Einschätzungen ist der Stoff in verdünnter Form für Menschen nicht gefährlich, genaue Untersuchungen laufen jedoch noch. Experten zufolge ist das Tensid stark wasserlöslich, sodass eine weitere Schaumbildung und Ausbreitung des Schaums flussabwärts – unter anderem in Richtung Geislingen – möglich ist.
Trotz der ungewöhnlichen Bilder eines mit weißem Schaum bedeckten Flusses betonten die Einsatzkräfte: Ein Aprilscherz war der Einsatz nicht. Die Maßnahmen dauern weiterhin an.
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