LEINFELDEN-ECHTERDINGEN / A8: Reisebus fährt auf Absicherungsfahrzeuge einer Baustelle auf - Drei Schwerverletzte bei nächtlichem Großeinsatz
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A8 bei Leinfelden-Echterdingen sind in der Nacht zum Samstag drei Menschen schwer verletzt worden. Ein Reisebus aus Bosnien prallte gegen 0:45 Uhr in Fahrtrichtung Karlsruhe auf Höhe des Flughafens Stuttgart am Beginn einer Baustelle auf die Absicherungsfahrzeuge einer Verkehrssicherungsfirma. Nach ersten Erkenntnissen war der Bus auf dem Weg zum Busbahnhof am Flughafen Stuttgart.
Nach Angaben der Polizei befuhr der 62-jährige Busfahrer den rechten Fahrstreifen, als der Reisebus aus bislang ungeklärter Ursache mit dem Sicherungsfahrzeug kollidierte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde dieses auf ein weiteres Fahrzeug der Verkehrssicherungsfirma geschoben und anschließend quer über alle Fahrstreifen geschleudert. Der Reisebus prallte schließlich auch gegen das zweite Sicherungsfahrzeug und kam dort zum Stillstand.
Zunächst war gemeldet worden, dass sich möglicherweise noch eine eingeklemmte Person im Fahrzeug befindet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stellte sich jedoch heraus, dass niemand eingeklemmt war.
Im Reisebus befanden sich insgesamt 17 Personen – der Busfahrer, ein weiterer Bus- beziehungsweise Begleitfahrer sowie 15 Fahrgäste. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden der 62-jährige Busfahrer sowie eine 57-jährige Frau und ein 79-jähriger Mann schwer verletzt. Zwei weitere männliche Fahrgäste im Alter von 27 und 57 Jahren erlitten leichte Verletzungen.
„Die ersten eintreffenden Einheiten der Flughafenfeuerwehr haben 15 Personen im Reisebus angetroffen, davon zwei Schwerverletzte, einen mittelschwer Verletzten und die restlichen leicht verletzt“, erklärte Einsatzleiter **Markus Helfert** von der Feuerwehr Stuttgart. Zu den Schwerverletzten zählt auch der Busfahrer, dessen Fahrerbereich bei der Kollision massiv beschädigt wurde. Die Angaben der Feuerwehr beziehen sich auf die erste Lageeinschätzung unmittelbar nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte. Die Polizei korrigierte die Verletztenbilanz später auf drei Schwer- und zwei Leichtverletzte.
Für die Feuerwehr stand zunächst die Versorgung und Betreuung der Betroffenen im Vordergrund. „Eine technische Rettung an der Unfallstelle war nicht erforderlich. Die betroffenen Personen wurden gemeinsam mit den Einheiten des Rettungsdienstes versorgt und betreut. Außerdem wurde die Unfallstelle abgesichert und der Brandschutz sichergestellt“, so Helfert.
Die schwer und leicht verletzten Insassen wurden nach der Erstversorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die unverletzten beziehungsweise an der Unfallstelle verbliebenen Fahrgäste wurden zunächst in einem Großraumrettungswagen betreut und anschließend in eine Messehalle auf dem Gelände der Landesmesse Stuttgart gebracht. „Durch die Flughafenfeuerwehr wurde eine Messehalle als Betreuungsstelle eingerichtet. Dort findet die weitere Betreuung der Betroffenen statt“, sagte Helfert.
Um die Einsatzstelle für Rettungsfahrzeuge passierbar zu machen, musste die Feuerwehr den querstehenden Absicherungs-Lkw mit einer Seilwinde aus dem Fahrbahnbereich ziehen. „Der querstehende Absicherungs-Lkw wurde mit einer Winde zur Seite gezogen, damit die Einsatzfahrzeuge die Unfallstelle passieren konnten“, erläuterte Helfert.
Die Anfahrt der Einsatzkräfte wurde durch den Rückstau erschwert. „Es war eine Rettungsgasse vorhanden, leider nicht ganz so schön ausgestaltet. Dadurch war die Anfahrt etwas erschwert, aber möglich“, sagte Helfert.
Während die Feuerwehr Stuttgart ihre Maßnahmen nach Abschluss der Rettungs- und Sicherungsarbeiten weitgehend beenden konnte, kümmerte sich die Flughafenfeuerwehr noch um das Gepäck der Reisenden. Ein Feuerwehrfahrzeug blieb zunächst für Ausleuchtungsarbeiten an der Unfallstelle.
Der entstandene Sachschaden wird nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 250.000 Euro beziffert. Die A8 in Fahrtrichtung Karlsruhe musste während der Unfallaufnahme sowie der Bergungs- und Reinigungsarbeiten für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Erst gegen 7:00 Uhr konnten alle Fahrstreifen wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Für den Großeinsatz waren zahlreiche Kräfte der Berufsfeuerwehr Stuttgart, der Freiwilligen Feuerwehr, der Werkfeuerwehr des Flughafens Stuttgart, des Rettungsdienstes aus Stuttgart und Esslingen sowie Einsatzkräfte der Polizeipräsidien Ludwigsburg und Stuttgart im Einsatz. Auch die Autobahnmeisterei Kirchheim unterstützte die Maßnahmen vor Ort.
Die Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.
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