Neustart für den THW-Ortsverband Gransee: Neue Liegenschaft stärkt Bevölkerungsschutz
Gransee. Für den Ortsverband Gransee des Technischen Hilfswerks beginnt ein neues Kapitel. Mit der neuen Liegenschaft verfügt das THW nun über moderne Räumlichkeiten und deutlich verbesserte Bedingungen für Ausbildung, Technik und Einsätze. Für Ortsbeauftragten Knut Ramin ist der neue Standort nicht nur ein neues Gebäude, sondern ein echter Neustart für den gesamten Ortsverband.
„Es ist ein besonderer Tag, es ist ein Neustart für uns“, sagte Ramin. Nach vielen Jahren in einer nicht mehr zeitgemäßen Unterkunft beginne für die Helferinnen und Helfer nun eine neue Zeit. Ein großer Vorteil sei auch die Lage: Der Ortsverband rücke näher an die Stadt Gransee heran und werde dadurch für die Bevölkerung sichtbarer.
Davon erhofft sich Ramin auch neue Mitglieder. „Ich hoffe damit auch, dass wir hier Resonanz haben und Helferinnen und Helfer neu gewinnen können, um diesen Ortsverband noch weiterzuentwickeln.“
Die neue Unterkunft bietet dem THW nach seinen Angaben zeitgemäße Büro-, Aufenthalts- und Ausbildungsräume. Auch die Fahrzeughalle befindet sich unmittelbar neben dem Gebäude. Dadurch seien Unterkunft, Fahrzeuge und Technik erstmals kompakt auf einem Gelände vereint. Für Ausbildung und den täglichen Dienstbetrieb seien damit deutlich bessere Bedingungen geschaffen worden.
Besonders wichtig ist für den Ortsbeauftragten die sichere Unterbringung der Einsatztechnik. Fahrzeuge und wertvolle Ausrüstung könnten nun übersichtlicher und besser geschützt gelagert werden. „Das ist ein Riesenvorteil“, so Ramin. Eine ordentliche und sichere Lagerung trage letztlich auch dazu bei, dass die Technik im Einsatzfall schnell zur Verfügung stehe.
Der Ortsverband Gransee zählt nach Angaben Ramins auf dem Papier rund 40 Helferinnen und Helfer. Hinzu kommt die THW-Jugend. Der regelmäßig aktive Kern bestehe aus gut 20 Einsatzkräften, die an zwei Sonnabenden im Monat ihren Dienst leisten und an Ausbildungsmaßnahmen sowie Einsätzen teilnehmen.
Dass moderne Standorte für das THW zunehmend an Bedeutung gewinnen, unterstrich auch die THW-Landesbeauftragte Dr. Monika Lüke. Die neue Unterkunft in Gransee habe dabei eine besondere Bedeutung: „Das ist hier die erste Liegenschaft, die das THW neu in Brandenburg baut und verdeutlicht, wie wichtig das THW ist für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in Brandenburg.“
Angesichts einer veränderten Sicherheitslage sieht Lüke wachsende Herausforderungen für den Bevölkerungsschutz. Sie verwies unter anderem auf geostrategische Entwicklungen, Cyberangriffe, terroristische Bedrohungen und Naturkatastrophen. Gerade weil das THW seine Aufgaben überwiegend mit ehrenamtlichen Kräften bewältigt, seien gute Bedingungen vor Ort entscheidend.
„Es ist ganz wichtig, dass wir hier ein gutes Zuhause haben für Übungen und um Einsätze vorzubereiten“, sagte Lüke.
Als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes müsse das THW jederzeit in der Lage sein, Behörden, Landkreise, Gemeinden und Länder zu unterstützen. Als Beispiel nannte Lüke größere Stromausfälle. Solche Situationen könnten jederzeit erneut auftreten und erforderten entsprechend vorbereitete Einsatzkräfte.
Neben der Sicherheitslage spiele auch der Klimawandel eine immer größere Rolle. Längere Trockenperioden und eine steigende Waldbrandgefahr würden den Bevölkerungsschutz künftig stärker fordern. Das THW könne dabei unter anderem bei Waldbränden unterstützen oder bei der Sicherstellung einer ausreichenden Wasserversorgung helfen. „Das wird in den nächsten Jahren immer mehr auftreten und da müssen wir einsatzbereit sein“, betonte Lüke.
Auch Ortsbeauftragter Ramin sieht die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen als entscheidenden Faktor. Die Feuerwehr sei für den Ortsverband der wichtigste Partner. Das THW unterstütze Feuerwehren unter anderem mit spezieller Technik und Personal – gerade auch bei länger andauernden Einsatzlagen.
„Der Zusammenhalt aller Blaulichtorganisationen ist eminent wichtig“, sagte Ramin. Besonders bei größeren Schadenslagen müsse gemeinsam gearbeitet werden, um die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zum Schutz der Bevölkerung einzusetzen.
Ähnlich äußerte sich Lüke: „Die Zusammenarbeit innerhalb der Blaulichtfamilie ist unverzichtbar.“ Ohne Organisationen wie Feuerwehr und Deutsches Rotes Kreuz könne auch das THW den Bevölkerungsschutz nicht allein gewährleisten.
Mit dem neuen Standort will der Ortsverband Gransee nun auch stärker auf potenzielle neue Mitglieder zugehen. Gesucht werden nach Angaben Ramins weiterhin Helferinnen und Helfer. Nach einer Grundausbildung können sie sich beispielsweise in einer Fachgruppe oder im Stab engagieren. Auch Menschen, die nicht bei jedem Dienst dabei sein können, seien willkommen – etwa zur Unterstützung in technischen oder administrativen Bereichen.
Für Ramin steht deshalb fest, dass die neue Liegenschaft weit mehr als nur bessere Räumlichkeiten bietet. Sie soll dem Ortsverband neue Möglichkeiten eröffnen und gleichzeitig zeigen, welche Bedeutung das THW für die Region hat.
„Hier gibt man ein gutes Bild ab, im wahrsten Sinne des Wortes, für das THW und für den Katastrophenschutz in Brandenburg und hier in der Region“, sagte Ramin.
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