Frankfurt ist in der Nacht zum Donnerstag erneut von zwei Explosionen erschüttert worden. Gegen 4.20 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe wegen lauter Knallgeräusche ein. Die Detonationen ereigneten sich zunächst im Bereich der Berger Straße im Stadtteil Nordend und wenige Minuten später auf der Zeil in der Innenstadt.
An der Berger Straße explodierte nach ersten Erkenntnissen ein unbekannter Gegenstand vor einem Ladengeschäft. Durch die Detonation wurden nicht nur das betroffene Gebäude, sondern auch angrenzende Häuser und mehrere geparkte Fahrzeuge beschädigt. Die Druckwelle war erheblich: Auch Scheiben benachbarter Geschäfte gingen zu Bruch.
Nur wenige Minuten später kam es zu einer weiteren Explosion vor einer Shisha-Bar im Bereich der Zeil. Auch dort entstand Sachschaden am Gebäude. Nach Angaben der Ermittler wurde bei den beiden Detonationen niemand verletzt.
Die Polizei leitete unmittelbar nach den Explosionen eine Fahndung ein. Dabei nahm eine Streife in der Nähe des Tatortes an der Berger Straße einen 17-jährigen niederländischen Tatverdächtigen fest. Ob der Jugendliche tatsächlich für die beiden Explosionen verantwortlich ist und welche Rolle er möglicherweise gespielt hat, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Die neuen Fälle stehen im Zusammenhang mit einer Serie von Explosionen, die Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet bereits seit mehreren Tagen beschäftigt. Erst am Sonntag war es im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zu einer Explosion an einem Kiosk gekommen. Ein 15-jähriger Tatverdächtiger wurde damals in unmittelbarer Nähe des Tatortes festgenommen. Am selben Wochenende kam es zudem zu einer Explosion in Offenbach.
Am Montagmorgen folgte eine weitere Detonation in Frankfurt-Bockenheim. Dort wurde ein Mehrfamilienhaus beschädigt. Die Wucht der Explosion war so stark, dass auch in einiger Entfernung Fensterscheiben zu Bruch gingen. Verletzte gab es auch bei diesen Vorfällen nicht.
Die Ermittlungsbehörden prüfen inzwischen, ob zwischen den einzelnen Explosionen ein Zusammenhang besteht. Dabei spielt auch die organisierte Kriminalität eine mögliche Rolle. Im Raum steht unter anderem das Phänomen der sogenannten „Violence as a Service“, bei dem kriminelle Auftraggeber Gewalttaten von angeworbenen Personen ausführen lassen. Ob dieses Muster tatsächlich hinter den aktuellen Fällen steckt, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Mit der erneuten Tatserie richtet sich der Fokus der Ermittler nun insbesondere auf mögliche Verbindungen zwischen den verschiedenen Tatorten und den festgenommenen Verdächtigen. Die Polizei sichert Spuren, wertet Überwachungsaufnahmen aus und versucht, den genauen Ablauf der beiden jüngsten Explosionen zu rekonstruieren.
Fest steht bislang: Die Detonationen vom frühen Donnerstagmorgen verursachten erhebliche Sachschäden, Menschen kamen jedoch nicht zu Schaden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und möglichen Auftraggebern dauern an.
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