Polizeiflucht endet mit Unfall in Velten: 18-Jähriger rast in drei geparkte Autos – vier Verletzte 18-Jähriger mit 1,25 Promille
Velten. Eine nächtliche Polizeikontrolle ist in Velten mit einem Verkehrsunfall und vier Verletzten geendet. Ein 18-jähriger Autofahrer versuchte am Donnerstagabend gegen 23:30 Uhr, sich einer Kontrolle durch die Polizei zu entziehen. Auf seiner Flucht durch ein Wohngebiet kollidierte er mit drei geparkten Fahrzeugen. Anschließend flüchtete der junge Mann zu Fuß, konnte jedoch wenig später von den Beamten gestellt werden. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,25 Promille.
Flucht vor der Polizei durch Wohngebiet
Nach Angaben von Thomas Wolter, Dienstgruppenleiter der Polizeiinspektion Oberhavel, wollten Polizeibeamte den Pkw gegen 23:30 Uhr in Velten im Rahmen einer verdachtsunabhängigen Verkehrskontrolle anhalten. Der Fahrer ignorierte jedoch die Anhaltesignale und setzte seine Fahrt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fort.
Die Flucht führte durch das Wohngebiet Am Kuschelhain. Dort versuchte der 18-Jährige mit riskanten Fahrmanövern, den nachfahrenden Streifenwagen abzuschütteln. Auf Höhe der Hausnummer 11 verlor er schließlich die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen drei am Straßenrand abgestellte Autos.
„Der Fahrzeugführer hat die Anhaltesignale missachtet und hat sich anschließend in das Wohngebiet am Kuschelhain entfernt“, schilderte Wolter den Beginn des Einsatzes.
Vier junge Mitfahrer verletzt
Bei dem Zusammenstoß erlitten die vier Insassen des Unfallwagens leichte Verletzungen. Dabei handelt es sich um zwei Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren. Rettungskräfte versorgten die Verletzten zunächst an der Unfallstelle und brachten sie anschließend zur weiteren medizinischen Behandlung in Krankenhäuser nach Hennigsdorf und Oranienburg.
Der Fahrer hatte sich unmittelbar nach dem Unfall zu Fuß entfernt. Die eingesetzten Polizeibeamten nahmen die Verfolgung auf und konnten ihn nach kurzer Nacheile im Umfeld der Unfallstelle stellen.
Bei der anschließenden Überprüfung wurde bei dem jungen Mann ein Atemalkoholwert von 1,25 Promille festgestellt. Die Polizei ordnete daraufhin eine Blutentnahme an, die in einem Krankenhaus durchgeführt wurde.
Fahrer möglicherweise noch in der Probezeit
Wie Wolter weiter erklärte, wird der Unfallverursacher in wenigen Tagen 19 Jahre alt. Sollte er seine Fahrerlaubnis mit 18 Jahren erworben haben, würde er sich noch innerhalb der zweijährigen Führerscheinprobezeit befinden. Die genauen Angaben zu seiner Fahrerlaubnis lagen der Polizei zunächst nicht vor.
Für Autofahrer unter 21 Jahren sowie für Fahranfänger während der Probezeit gilt in Deutschland ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Der festgestellte Atemalkoholwert liegt zudem deutlich über der Grenze von 1,1 Promille, ab der bei Kraftfahrzeugführern nach gesicherter Feststellung grundsätzlich von absoluter Fahruntüchtigkeit ausgegangen wird.
Polizei: Flucht in diesem Ausmaß eher selten
Nach Einschätzung des Dienstgruppenleiters handelt es sich bei einem solchen Einsatz um kein alltägliches Ereignis. Zwar komme es vor, dass Fahrzeugführer versuchen, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen. Eine derart riskante Fahrt durch ein Wohngebiet mit anschließendem Kontrollverlust sei jedoch ungewöhnlich.
„Also in dem massiven Umfang dann auch noch mit dem Kontrollverlust über das Fahrzeug ist es doch nicht alltäglich, sondern kommt eher selten vor“, erklärte Wolter.
Verkehrspolizei sichert weitere Beweise
Die Verkehrspolizei der Polizeidirektion Nord übernahm die Unfallaufnahme und dokumentierte die Schäden an den beteiligten Fahrzeugen. Darüber hinaus werden weitere Beweismittel gesichert, um den genauen Unfallhergang zu rekonstruieren und zweifelsfrei nachzuweisen, wer das Fahrzeug zum Unfallzeitpunkt gesteuert hat.
Die Ermittlungen sollen auch dazu beitragen, die entstandenen Schäden an den drei geparkten Fahrzeugen für die weitere Regulierung festzuhalten.
Zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst keine Angaben vor. Die weiteren Ermittlungen dauern an.
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