STUTTGART: Böller gezündet, Mülleimer angezündet und Graffiti gesprüht – Demonstrationszug weicht von angemeldeter Route ab – Polizei mit starken Kräften, Reiterstaffel und Drohne im Einsatz
Bei einer Demonstration in der Stuttgarter Innenstadt sind am Samstagabend (31. Oktober 2026) zwei Polizeibeamte verletzt worden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Stuttgart wurden Einsatzkräfte nach dem Ende einer Abschlusskundgebung auf dem Marienplatz mit Gegenständen beworfen. Die Polizei nahm mehrere Tatverdächtige vorläufig fest. Während des Demonstrationszuges waren zudem Böller gezündet, Mülleimer angezündet und Graffiti gesprüht worden.
Der angemeldete Aufzug hatte sich zunächst am Planie-Bereich in der Innenstadt versammelt. Von dort sollten die Teilnehmer über die Hauptstätter Straße entlang der B14 zum Marienplatz ziehen. Wie Polizeisprecherin Daniela Treude gegenüber 7aktuell erklärte, musste die Polizei den Demonstrationszug mehrfach stoppen, weil Teilnehmer gegen Versammlungsauflagen verstießen. Unter anderem seien Vermummungen und das Zünden von Böllern festgestellt worden.
Im weiteren Verlauf verließen Demonstrationsteilnehmer nach Polizeiangaben die ursprünglich vorgesehene Strecke. Statt der angemeldeten Route folgten sie zunächst der Paulinenbrücke in Richtung Innenstadt und bewegten sich zeitweise durch die Sophienstraße und angrenzende Straßen. Die Polizei führte den Aufzug schließlich wieder auf die Hauptstätter Straße zurück.
Während des Demonstrationszuges wurden laut Polizei vereinzelt Mülleimer in Brand gesetzt und Graffiti gesprüht. Ob die zwischenzeitlich beobachteten Feuerwehrkräfte wegen der brennenden Abfallbehälter alarmiert worden waren, konnte die Polizeisprecherin nicht bestätigen.
Am Marienplatz erreichte der Aufzug schließlich sein Ziel. Nach der Abschlusskundgebung wurde die Versammlung offiziell beendet. Als die Polizei die Teilnehmer aufforderte, den Platz zu verlassen, flogen nach Angaben von Treude Gegenstände auf die Einsatzkräfte.
Dabei wurden zwei Polizeibeamte verletzt. Über die Schwere ihrer Verletzungen machte die Sprecherin keine Angaben. Weitere Verletzte unter Demonstrationsteilnehmern oder Unbeteiligten waren der Polizei zum Zeitpunkt des Interviews nicht bekannt.
Im Zusammenhang mit den Vorfällen registrierte die Polizei nach eigenen Angaben mehrere Straftaten. Einige Tatverdächtige konnten vorläufig festgenommen und entsprechenden Strafverfahren zugeführt werden. Wie viele Personen festgenommen wurden und welche konkreten Tatvorwürfe gegen sie bestehen, teilte die Polizei zunächst nicht mit.
Das Polizeipräsidium Stuttgart setzte für die Begleitung der Versammlungen zahlreiche Kräfte ein. Neben regulären Einsatzbeamten waren auch Polizeireiter und eine Drohne beteiligt. Eine genaue Zahl der eingesetzten Polizeikräfte nannte die Sprecherin aus einsatztaktischen Gründen nicht.
Im O-Ton gegenüber 7aktuell betonte Daniela Treude, dass die Polizei auch nach dem Ende der Versammlung weiter präsent bleiben werde. Der Großteil der Teilnehmer habe den Marienplatz inzwischen verlassen. Kleinere Gruppen bewegten sich jedoch weiterhin durch die Innenstadt, während vereinzelt noch Böller gezündet wurden.
„Wir bleiben definitiv im Einsatz mit starken Kräften vor Ort“, erklärte die Polizeisprecherin. Die Beamten würden beobachten, wohin sich die Gruppen bewegten und wie sich die Lage im weiteren Verlauf entwickle.
Auch nach dem Ende des Demonstrationszuges blieb die Polizei am Halloweenabend deshalb mit starken Kräften in der Stuttgarter Innenstadt präsent.
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